Möglichkeit 1
Wer Silberbesteck hat, kennt den Effekt: Das Silber "läuft an", es wird dunkel. Man benötigt gar kein spezielles Mittel, um das Silber wieder glänzend zu machen.
Alles was benötigt wird, ist eine Schüssel mit einer Aluminiumfolie. Fülle die Schüssel mit heißes Wasser und Salz und lass das Silber eine Weile in der Schüssel liegen.
Nach ein paar Stunden ist das Silber sauber, und die Aluminiumfolie löchrig.
Der schwarze Belag auf dem Silber ist Silbersulfid (Ag2S). Dieses entsteht durch den Kontakt mit der Luft, dabei haben die Silber-Atome Elektronen an die Schwefel-Atome abgegeben.
Um die Silbersulfid-Schicht zu entfernen, müssen den Silber-Ionen also Elektronen angeboten werden. Aluminium ist sehr unedel und gibt leicht Elektronen an die Silber-Ionen ab. Wenn man also beides gleichzeitig in die Lösung aus Wasser und Salz gibt, wandern Elektronen von der Alufolie zu den Silber-Ionen. Kommen dies bei den Silber-Ionen an, bilden sich wieder Silber-Atome und die Sulfid-Ionen gehen in Lösung. Das Silber wird also reduziert und braucht den negativ geladenen Bindungspartner Schwefel nun nicht mehr. Der Schwefel und das oxidierte Aluminium bleiben in der Lösung zurück.
3Ag2S(s) + 2Al(s) à 3Ag(s) + 3S2-(aq) + 2Al3+(aq)
Das warme Wasser und das Salz dienen nur dazu, die Reaktion zu beschleunigen. Theoretisch geht es auch mit kaltem Wasser und ohne Salz, dann dauert es aber deutlich länger, bis sich der schwarze Film auflöst.
Der Geruch nach faulen Eiern kommt von dem giftigen Gas Schwefelwasserstoff (H2S), das bei der Reaktion von H+-Ionen im Wasser mit den entstandenen Sulfid-Ionen entsteht.
S2-(aq) + 2H+(aq) à H2S(g)
"Für die schwarze Sicht ist Silbersulfid zuständig, das durch den Kontakt mit der Luft entsteht. Da das Silber bei dieser Reaktion Elektronen abgibt, spricht man davon, das das Silber oxidiert wird. Um diese Schicht zu entfernen, müssen also Elektronen angeboten werden, die die Verbindung zwischen Silber und Schwefel lösen.
Je unedler ein Metall ist, desto leichter gibt es Elektronen ab. Das machen wir uns bei diesem Trick zu nutze. Da Aluminium sehr unedel ist, gibt es viel leichter Elektronen ab, als das recht edle Silber.
Gibt man also beide Metalle gleichzeitig in eine Lösung wandern Elektronen vom Aluminium zum Silber, so entsteht eine geringe Spannung. Das Salz in der Lösung trennt sich in Ionen (geladene Teilchen) und erleichtert so den Transport der Elektronen.
Kommen die Elektronen am Silber an, trennt sich das Silber vom Schwefel und es entsteht wieder reines Silber. Genauer gesagt wird das Silber wieder reduziert und braucht daher den negativ geladenen Bindugspartner Schwefel nicht mehr.
Der Schwefel und das oxidierte Aluminium bleiben in der Lösung zurück. Da das Aluminium nicht beliebig viele Elektronen abgeben kann und die Lösung auch nicht beliebig viele der entstehenden Ionen aufnehmen kann, kommt diese Reaktion zum erliegen. Das heißt die Lösung ist verbraucht. Ist das der Fall, können sich die Ionen auch am Silber niederschlagen, was wieder zu unangenehmen Niederschlägen führt.
Das warme Wasser dient nur dazu, die Reaktion zu beschleunigen. Es geht auch mit kaltem Wasser, dann dauert es aber deutlich länger, bis sich der schwarze Film auflöst."
Möglichkeit 2
Natrium- oder Kaliumhydrogencarbonat mit heißem Wasser, besser bekannt als Natron bzw. Soda.
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